"Citizenship Education und Ökonomische Bildung" – Workshop (2012)


Die Soziale Marktwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Sie erfordert ein nachhaltiges Wirtschafts- und Sozialmodell, in dem Freiheit, Eigeninitiative, Verantwortung und Solidarität das Fundament für Wohlstand und Zusammenhalt, für soziale Absicherung und angemessene 'Teilhabe für alle' darstellen. Das Verständnis der jungen Generation für das Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, ihr Bekenntnis zu Grundwerten und ihr Konsens über ökonomische, ökologische und gesellschaftspolitische Ziele werden Spielregeln, Tragfähigkeit und Gestaltung unserer Welt von morgen prägen.

Wie kann Jugendlichen das hierfür notwendige Rüstzeug, Verständnis und Wissen bereits in Schule und während der Ausbildung vermittelt werden? Welche Werte, Kenntnisse und Fähigkeiten stehen dabei im Zentrum? Und wie können Politik und Wirtschaft individuelles Engagement für die Gesellschaft aktiv fördern?

Der Workshop "Citizenship Education und Ökonomische Bildung in der Sozialen Marktwirtschaft" der deutschen Stiftung Wirtschaft Verstehen und der österreichischen Julius Raab Stiftung in Kooperation mit dem Ökosozialen Forum im Rahmen der Alpbacher Wirtschaftsgespräche "Die Zukunft des Sozialstaates in Europa" (28.-30. August 2012) präsentierte und diskutierte zukunftsweisende Ansätze und konkrete Praxisinitiativen aus ganz Europa.

Dr. Stefan Empter, Vorstand der Stiftung Wirtschaft Verstehen, eröffnete den von Prof. Dr. Helga Hackenberg, Evangelische Hochschule Berlin, moderierten drei-stündigen Workshop mit Vertretern aus Bildungspolitik und Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Praxis mit einem Plädoyer für die Vermittlung von mehr gesellschaftlichem Unternehmergeist bereits in Schule und Ausbildung. Die jahrzehntelange Forderung, financial bzw. economic literacy bei jungen Menschen schon im Schulunterreicht anzulegen, sei bislang immer noch unbefriedigend eingelöst. Ein solches Bildungsangebot müsse auch insbesondere den unterschiedlichen Rollen Rechnung tragen, welche Menschen heute in einer globalisierten Marktwirtschaft wahrnehmen: Privathaushalt und Verbraucher, Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, Citizen und Weltbürger – all diese bedeuten stets Übernahme von Verantwortung und Risiko. "Entrepreneurship Education" sollte Schüler und Jugendliche dazu befähigen, ihr kreatives Potenzial zu heben und innovative Ideen Erfolg versprechend umzusetzen.

Denn junge Menschen wollen sich – trotz oder gerade aufgrund Skepsis und gesunkenem Vertrauen in unsere Wirtschafts- und Sozialsysteme – in der Wirtschaft und für die Gesellschaft engagieren, wollen kein Wachstum um jeden Preis, wollen ihre Zukunft eigenverantwortlich und eigeninitiativ mitgestalten und ernst genommen werden. Hierfür müsse ihnen – neben Leitbildern und Vorbildern – frühzeitig das notwendige Rüstzeug vermittelt werden: Werte, Wissen, Fähigkeiten und erste eigene Erfahrungen.


Seitens der Stiftung Wirtschaft Verstehen wurden zum Thema "Social Entrepreneurship Education" folgende Fachbeiträge präsentiert und auch international diskutiert: